Vorwort zur 8. Druckauflage

Das vorliegende Abkürzungslexikon erscheint bereits in der 8. Auflage, was die Notwendigkeit eines solchen Lexikons bestätigt. Es ist das umfangreichste Abkürzungslexikon auf dem deutschen Buchmarkt und entstand durch jahrelanges Sammeln von Abkürzungen, die mir im medizinischen Alltag begegneten (Arztbriefe, Befunde, Gutachten, Zeitschriften, diverse Lexika) und Hinweise von Kollegen. Für die 8. Auflage wurden zahlreiche Ergänzungen vorgenommen: Die „inflationäre“ Entwicklung von Abkürzungen oder Akronyma (aus den Anfangsbuchstaben mehrerer Wörter gebildete "Kunstbegriffe") im Zeitalter des AKÜFI (= Abkürzungsfimmel) oder AKW (= Abkürzungswut) aus allen Fach- und Randbereichen der Medizin wird dadurch deutlich, dass innerhalb von wenigen Jahren die Anzahl auf fast 200.000 Abkürzungen angestiegen ist. Zusätzlich wurden zahlreiche Mnemoniks (= Gedächtnishilfen oder „Eselsbrücken“) aufgenommen, die in Abkürzungsform vorliegen.

 

Man mag diese Entwicklung für gut oder schlecht halten. Aufhalten lässt sie sich sicherlich nicht mehr. Dieses Lexikon soll auch nicht unbedingt dazu dienen, der Verwendung von Abkürzungen Vorschub zu leisten, sondern eine Verständnishilfe bieten und unter Umständen zeitraubendes Suchen und umständliche Rückfragen ersparen.

 

Durch Verwendung möglichst vieler Fachabkürzungen in Publikationen und (leider auch) Befunden, Arztbriefen und Gutachten soll Fachkompetenz demonstriert werden. "Spitzenreiter" sind hier zunehmend die Kardiologen, deren Befundberichte ohne Kenntnis der verwendeten Abkürzungen nicht mehr interpretierbar sind.

 

Die Problematik dieser Entwicklung wird dadurch deutlich, dass die gleiche Abkürzung oft für unterschiedliche und teilweise gegensätzliche Bezeichnungen gebraucht wird, was zu Missverständnissen und Verwechslungen Anlass geben kann. Soweit die Zuordnung einer Abkürzung nicht eindeutig ist und eine Verwechslungsmöglichkeit besteht, wurde hier eine Kennzeichnung mit “„►“ der unterschiedlichen Bedeutungen vorgenommen und - soweit erforderlich - auch durch eine entsprechende Kennzeichnung des Fachgebiets (siehe unter „Hinweise zur Benutzung“ bzw. „Kennzeichnung der Abkürzungen hinsichtlich Fachgebiete / Zugehörigkeit“).

 

Besonders problematisch ist dies für Abkürzungen mit nur zwei Buchstaben, z.B. „MS“ = sowohl gebräuchlich für „multiple Sklerose“ aber auch z.B. für manisches Syndrom, Ménétrier-Syndrom, metabolisches Syndrom sowie weitere 62 verschiedene Syndrome!

 

Neben medizinischen Abkürzungen aus dem gesamten deutschsprachigen Raum wurden auch angloamerikanische, französische und lateinische Abkürzungen ebenfalls berücksichtigt, da diese in der Literatur zunehmend Verwendung finden und insbesondere angloamerikanische Abkürzungen bereits „eingedeutscht“ sind (z.B. AIDS). Aus den Randbereichen wurden ebenfalls Abkürzungen aufgenommen: Arbeits- und Umweltmedizin, Sozial- und Versicherungsmedizin, Rechtsmedizin, Zahnmedizin, Veterinärmedizin, Pharmazie (gebräuchliche Medikamente, zahlreiche Rezepturabkürzungen, Substanzen), Pharmakologie, Biologie, Biochemie, Biomathematik, Biotechnologie und Biophysik. Auch wichtige (Berufs-)Verbände/Vereinigungen/Gesellschaften und Institutionen, Abkürzungen aus dem medizintechnischen, juristischen (soweit in Gutachten verwendet), legislativen Bereich sowie wegen ihrer zunehmenden Bedeutung auch wichtige Abkürzungen aus dem Qualitätsmanagement- und Computer-/EDV-Bereich wurden aufgeführt, soweit sie für den medizinischen Bereich Bedeutung haben.

 

Auch ältere und heute unter Umständen nicht mehr gebräuchliche Abkürzungen wurden berücksichtigt (z.B. aus den "neuen Bundesländern"), da diese beim Studium älterer Literatur heute teilweise noch eine Rolle spielen und dann Schwierigkeiten bereiten. Ebenfalls wurden allgemein übliche Abkürzungen aufgenommen, die in medizinischen Texten vorkommen können, da dieses Abkürzungslexikon ebenfalls eine Hilfe für Anfänger, ausländische Mediziner oder Übersetzer darstellen soll, die in der deutschen Sprache weniger geübt sind.

 

Ausdrücklich wird darauf hingewiesen, dass jede Abkürzung auch in unterschiedlicher Schreibweise verwendet werden kann: Mit Groß- oder Kleinbuchstaben, mit oder ohne Bindestrich, mit oder Punkt(en) und auch im Singular oder Plural.

 

Auf zusätzliche Erläuterungen musste verzichtet werden, da dies bei der Vielzahl der Abkürzungen den Umfang dieses Lexikons sprengen würde. Diese Begriffe können jedoch in jedem grö- ßeren, guten medizinischen Wörterbuch oder im Internet nachgeschlagen werden.

 

Auch wenn dies nicht ausdrücklich vermerkt ist, können einige Abkürzungen eingetragene Warenzeichen sein. Bei Organisationen wurde die Organisationsform (e.V., GmbH) weggelassen.

 

Anzumerken ist noch, dass zunehmend auch Abkürzungen verwendet werden, die wegen der besseren Einprägsamkeit nicht nur mit den Anfangsbuchstaben erfolgen, sondern wo auch der zweite, dritte oder andere Buchstabe Verwendung findet; dies insbesondere bei Studien, z.B. ADAM = Advanced Arthritis Management oder BEAUTIFUL = Morbidity-Mortality Evaluation of the If-Inhibitor Ivabradine in Patients with CAD and Left Ventricular Dysfunction. Neuerdings werden auch Abkürzungen verwendet, deren Anfangsbuchstaben keinen Hinweis auf die Bedeutung geben, z.B. bei der Kennzeichnung der radioaktiven Abfälle.

 

Hingewiesen sei auch darauf, dass zahlreiche angloamerikanische Abkürzungen im Original bereits "eingedeutscht" verwendet (z.B. AIDS-Erkrankung oder ACE-Hemmer) bzw. kombiniert sowohl in der Verbindung deutsch-angloamerikanisch wie umgekehrt verwendet werden (z.B. kDMARD = klassische [synthetische] biologic disease-modifying antirheumatic drug).

 

Abkürzungen mit griechischen Buchstaben, kombinierte Zeichen sowie Sonderzeichen und Grafiksymbole finden Sie in einem Sonderteil (siehe Inhaltsverzeichnis).

 

Zahlreichen Kollegen/innen darf ich an dieser Stelle für Ergänzungshinweise von fehlenden Abkürzungen danken. Besonders danke ich

- Herrn Dr. med. Gerd Herold, Köln, für zahlreiche neue Abkürzungen

- Frau Adelheid Jones, ehemalige Hygienefachkraft Evangelisches Krankenhaus Kalk g.GmbH, Köln, sowie Frau Renate Müssigbrodt, Hygienefachkraft Krankenhaus Porz am Rhein, Köln, für den Hinweis auf fehlende Piktogramme aus dem Hygienebereich sowie der Firma Bode Chemie, Hamburg, für die Genehmigung zur Veröffentlichung dieser Hygiene-Piktogramme im Internet.

- Herrn Georg Schulz¸ Hygiene- und Umweltbeauftragter sowie Sicherheitsfachkraft Evangelisches Krankenhaus Weyertal g.GmbH, Köln, für den Hinweis auf die neuen Abfallschlüssel im Gesundheitsdienst sowie zahlreiche andere Ergänzungen.

- Herrn Prof. Dr. med. Dr. Ing. habil. Wilfried Diebschlag, München, für den Hinweis auf eine Ergänzung des Blindenalphabets und der Taubstummensprache.

 

Der Verfasser ist sich darüber klar, dass dieses Lexikon trotz ständiger Aktualisierung und Ergänzungen aufgrund der "explosionsartigen" Entwicklung nie vollständig sein kann, da täglich neue Abkürzungen hinzukommen. Sicherlich wurden auch einige Abkürzungen nicht erfasst, die für bestimmte Fachbereiche wichtig und gebräuchlich sind.

 

Der Autor ist daher für die Mitteilung von neuen und gebräuchlichen Abkürzungen, Berichtigungen, Schreibfehlern und Verbesserungsvorschlägen für die geplante nächste Auflage dankbar nach dem Motto „Es mag etwas gut sein, aber es kann noch besser werden“. Entsprechende Mitteilungen können auf der Internetseite unter „Neue Abkürzungen mitteilen“ oder „Kommentar“ sowie unter E-Mail an  arztinf@web.de oder Fax 0221-43082409 erfolgen.

 

Zum Schluss einen ganz besonderen Dank an meine Frau Erika, meinen Sohn Christian für das aufwändige und umfangreiche Korrekturlesen!

 

Köln, im Juli 2015                                                                                                       Heinz Beckers

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